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 11.06.2020: Total-Update der Startseite.

Diese Seiten wurden primär dem historischen Nahverkehr gewidmet, prioritär dem zu Frankfurt am Main sowie dessen
Strecken- und Linien-Geschichte. Ich wünsche allen Besuchern viele "Aha-Erlebnisse" und Vergnügen bei der Durchsicht.
Δ Sofern vorhanden, lassen sich größere Versionen der Bilder und Dokumente  durch anklicken der Vorschaubilder öffnen Δ

  Diese Ansichtskarte aus der Zeit um die  Wende zum 20. Jahrhundert war typisch für diese Zeit, die Farbfotografie steckte schließlich noch in Kinderschuhen und wird zudem recht teuer gewesen sein. Deshalb behalf man sich, indem man Aufnahmen manuell kolorierte und in Teilen auch retuschierte.

Nicht selten wurden auch ganze Objekte in das Bild hinein kopiert oder daraus entfernt. Daher kann man nicht immer sicher sein, dass die Darstellung dem Originalbild entsprach. Das gelang mal mehr, mal weniger. Ob die Damen damals wirklich Röcke & Hüte in gold- bis ockergelb trugen??

Frankfurt, die Großstadt mitten in Deutschland, war von jeher eine ambivalente Stadt. Johann Wolfgang von Goethe formulierte das so viel  poetischer: "Frankfurt stickt voller Merkwürdigkeiten".

Die Zeit scheint hier an manchen Stadtvierteln spurlos vorüber zu gehen, andere dagegen sind nach Jahren kaum wieder zu erkennen. Das zeigt sich sogar auf dieser 65 Jahre alten Ansichtskarte. Klar - eindeutig und unverkennbar der Hauptbahnhof - und noch das Haus Hohenzollern,  Ecke Poststraße. Der Rest ist jedoch Fehlanzeige!!

Carlton-Hotel & Schumann-Theater, ein Bau der Düsseldorfer, alles weg. Verkehrsanlage und Straßenlampen, Blumenbeete und Wasserfontäne, die Zweiachser der Straßenbahn - all das gehört der Vergangenheit an...
   

  Die Straßenbahnstrecke in der Mainzer Landstraße entstand in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Etappen. Von der Pferdebahn 1895 eröffnet, so folgte 1902 eine Verlängerung bis zur Rebstöcker Straße, 1911 bis Rüsselsheimer und 1912 letztlich bis "Flugplatz". Die Haltestelle dort wird seit Verlegung des Flughafens (1936) Mönchhofstraße genannt.

Erst 1935, 7 Jahre nach Eingemeindung von Höchst, wurde die Strecke bis Nied/ Kirche verlängert. Gleichzeitig wurde die Anbindung der Höchster Buslinien vom Flugplatz zur Schleife Nied zurück gezogen, sodass deren Strecken sich verkürzten. Rechts im Bild wartete der Daimler-Bus 87 als Verstärker im Inneren der Schleife auf die "12". Kriegsbedingt konnte deren Weiterführung
bis Höchst erst 1951 in Angriff genommen und 1952
fertiggestellt und eingeweiht werden.
Die 1935 in Nied entstandene Omnibus-Wendeschleife im Inneren der Straßenbahnschleife diente dem komfortablen Umstieg der Fahrgäste zwischen diesen Verkehrsmitteln, war aber nicht erstmalig, am Flugplatz war das Prinzip bereits 1927 ähnlich. Allerdings blieben derartige Anlagen, die modernen Bus & Bahn-Umsteigeanlagen als Vorbild galten, eher Ausnahmen in Frankfurt. Einzig die Schleife Praunheim Brücke erhielt zwecks Anbindung der Nordweststadt in den 60ern nachträglich eine integrierte Buskehre.
Das Farbfoto ist nicht wirklich historisch im Sinne von "alt", es gab vielmehr einen historischen Bezug, als N-Triebwagen 112 am 14.04.2018 bei einer Sonderfahrt in der Wendeschleife Nied Kirche hielt.
 
Frankfurt orderte 1962 eine Serie von 30 Tw mit zwei Gelenken und acht  Achsen bei DÜWAG, die im ersten Halbjahr 1963 ausgeliefert wurden. Davon ist 112 der letzte, der vor Ort fahrfähig erhalten blieb. Er trug bis 2004 die Wagennummer 809 und erhielt als Museums-Triebwagen 112 wieder die bis 1972 in Frankfurt übliche Lackierung.

2018 wurde der Triebwagen 55 Jahre alt, anlässlich dieses Jubiläums starteten wir mit 112 eine Sonderfahrt bei der ich ihn  im Bild festhalten konnte.

Eventuell war das auch eine der letzten Gelegenheiten für ein Foto der Schleife, denn in naher Zukunft soll diese laut Planung einer Stumpfendstelle weichen, um Platz für Wohnungsbau zu schaffen
.
   

Auf der obigen Postkarte vom Hauptbahnhof ist der Wiedererkennungswert trotz massiver Veränderungen noch gegeben, weil das markante Bahnhofsgebäude die Umgebung dominiert. Das könnte man mit Einschränkung zwar auch von diesem Hochhaus sagen, doch würde ein Nicht-Frankfurter ob der Örtlichkeit wahrscheinlich passen müssen, sofern er das Objekt nicht zufällig kannte. Hier hat sich in den fast 70 Jahren seit der Aufnahme auch fast alles verändert. Das damals gerade fertig gestellte Gebäude wich vor 20 Jahren bereits einem Neubau, die flacheren Bauten dahinter ebenso. Die Ruine an der Ecke links verschwand genau wie ihr Pendant, das damals noch hinter dem Fotografen stand, schon  um 1960. Das Kopfsteinpflaster war da ebenfalls vergessen.
  Aus den "Bäumchen" von damals wurden längst richtige Bäume, doch etwas blieb über all die Jahre: Die Straßenbahngleise, die hier schon vor über hundert Jahren lagen. Allerdings sind es nicht mehr die gleichen und wurde mehrfach umgebaut.

Falls es bis hier nicht erkannt wurde: wir sind an der Kreuzung Stresemannallee und Gartenstraße, nach der die Haltestelle heute benannt ist. Damals hieß sie offiziell "Stresemannallee/Hochhaus Süd", oft auch mal Stresemannallee/AEG-Hochhaus oder schlicht "AEG", falls einem Schaffner der Doppelname zu mühsam war. Denn in dem Hochhaus residierte 45 Jahre lang die Hauptverwaltung der 1996 aufgelösten Firma AEG, Entgegen der Dienstanweisung war auch der Vorkriegsname "Hippodrom" noch oft zu hören, obwohl kein Hippodrom mehr vorhanden war.

Zum Vergleich eine bessere und jüngere Aufnahme von der Friedensbrücke aus und
die heutige Ansicht (Google Streetview.

 

 

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